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"Die Stunde der Lilie" von Sandra Regnier

Die Stunde der Lilie | Carlsen Impress, 2014 | 978-3-646-60073-5 | 362 Seiten | Deutsch | eBook

Es sollte ein gewöhnlicher Ausritt nach einem anstrengenden Schultag werden. Niemals hätte sich die sechzehnjährige Julia träumen lassen, dass es sie an der mit Lilien gesäumten Weggabelung aus dem Deutschland der Gegenwart ins Frankreich des 17. Jahrhunderts verschlagen würde. Und das ohne eine Möglichkeit der Rückkehr. Von einem Tag auf den anderen muss sich Julia den Sitten des Versailler Königshofes anpassen und zu allem Übel auch noch Französisch lernen. Glücklicherweise bekommt sie jedoch einen einflussreichen Vormund an die Seite gestellt: Etienne Flémont, den Grafen von Montsauvan. Ein Mann, der ihr Schicksal noch weitreich beeinflussen soll…(x)

MEINE GEDANKEN

Ich möchte auf "Teesalon" hauptsächlich Romane hervorheben, die mich begeistert oder mir gut gefallen haben, kann aber nicht umhin hin und wieder auch solche vorzustellen, die mich auf ganz andere Weise nicht mehr loslassen. Auf negative Weise. Denn "Teesalon" soll ein Überblick über die Romane, die ich gelesen habe, werden und dabei lässt es sich leider nicht vermeiden, dass manchmal auch ein Buch dabei ist, das mich traurig und ja, auch ein bisschen wütend zurücklässt. Leider ist Sandra Regniers „Die Stunde der Lilie“ so ein Roman. Es ist schon ein bisschen her, dass ich ihn gelesen habe, aber ich denke manchmal noch daran zurück. Für mich war die „Lilie“ ein unangenehmes Leseerlebnis aus Gründen, über die kaum eine Rezension zu dem Roman spricht. Zuvor sei gesagt: Ich kenne Frau Regnier nicht. Sie ist sicherlich eine sehr nette Person und ich wünsche ihr Spaß und Erfolg beim Schreiben. Auch der Verlag Carlsen Impress ist mir bisher sehr sympathisch gewesen, ich habe schon mehrere tolle Jugendbücher gelesen, die dort erschienen sind. Diese Rezension soll also keinesfalls als Angriff gegen Frau Regnier oder Impress verstanden werden, sondern einfach als Auseinandersetzung mit diesem Roman.

Ich möchte mich besonders mit einem Aspekt der „Lilie“ auseinandersetzen, der mich nicht loslässt, weil er mir zu denken gegeben hat. Nicht nur über diesen Roman, sondern über historische Romane im Allgemeinen, über Muster, die in ihnen immer wieder vorkommen, über den Umgang mit historischen Stoffen und historischen Personen. Vielleicht sollte ich „nur ein Jugendbuch“ in dieser Hinsicht nicht so ernst nehmen. Aber ich sehe viele positive Rezensionen zur „Lilie“ und während ich mich ehrlich für alle Leser, die Spaß mit dem Roman hatten, freue, finde ich es gleichzeitig schade und ein wenig alarmierend, wie wenig auf einige der im Roman anklingenden Gedanken und Meinungen eingegangen wird. Weil die meist jungen Leser nichts Falsches darin sehen? Weil diese Dinge für sie so normal sind, dass sie ihnen nicht auffallen? Ich hoffe nicht. Fakt ist, dass wohl davon auszugehen ist, dass viele der jungen Leser sich vor dem Lesen von „Die Stunde der Lilie“ nicht oder nur wenig mit Frankreich im siebzehnten Jahrhundert auseinandergesetzt haben. Und das ist auch völlig in Ordnung. Es kann nicht jeder so sehr auf Geschichte abfahren wie ich. Aber gerade deshalb finde ich, dass historische Jugendbücher den Anspruch haben sollten, zu unterhalten und gleichzeitig so gut wie möglich über die historische Epoche zu informieren.. Geschichte kann so viel Spaß machen. Und ich finde es schön, wenn Autoren ihren jungen Lesern das vermitteln möchten und können.

GESCHICHTE OHNE REIZ

„Die Stunde der Lilie“ tut das in meinen Augen nicht. Es handelt sich hier um einen Zeitreiseroman, denen ich generell immer ein wenig skeptisch gegenüber stehe. Nicht, weil ich keine Fantasy mag, eher, weil ich oft das Gefühl habe, die Recherche wird bei Zeitreiseromanen ein wenig schleifen gelassen. Zeitreiseromane bieten die Chance unsere moderne Realität auf unterhaltsame Weise mit vergangenen Realitäten zu vergleichen und zu verbinden. So hat es Kerstin Gier in „Rubinrot“ gemacht, so mag ich es. „Die Stunde der Lilie“ ist aber die Art von Zeitreiseroman, der dieser Spagat einfach nicht gelingt. Sandra Regnier scheint gut informiert zu sein. Die meisten ihrer Fakten stimmen. Sie schickt Julia, ihre sechzehnjährige Heldin, in das Frankreich des Sonnenkönigs Louis dem Vierzehnten, in die Zeit der Erbauung des prunkvollen Versailles, in die Zeit von Barock, ausschweifenden Partys und großer Intrigen bei Hof. Die Eckdaten scheinen alle zu stimmen, bis auf ein paar kleine Ausreißer, die ich jedoch natürlich verzeihen kann. Niemand kann alles wissen, niemand kann jeden einzelnen Fakt richtig machen, und am Ende sind historische Romane eben immer noch Romane und keine Fachliteratur und das ist okay.

Was ich allerdings schade finde ist der stockige, trockene Stil, in dem Regniers durchaus großes Wissen über den französischen Barock daherkommt. Historische Fakten werden in die Handlung gehämmert, in langen Absätzen sehr hölzern zwischen die Geschehnisse gezwungen. Sie werden nicht lebendig. Aber Versailles war so lebendig. Wer den großen Palast heute besucht, die Reproduktionen von Möbeln, Spiegeln und Deckenfresken sieht, durch die riesigen Gärten streift, der kann sich vorstellen, wie Versailles gewesen sein mag, als Frankreichs Könige dort gelebt haben, als Höflinge durch die Gänge gelaufen und große Bälle abgehalten worden sind. Wer so schusselig ist wie ich, hat sich in Versailles vielleicht sogar verlaufen. (Nicht in den Garten gehen, bevor man drinnen alles gesehen hat! Man kommt dann nicht wieder rein!)

Ich liebe Versailles. Und Versailles als Baustelle des großen Louis XIV., das hat mich gereizt. Dafür habe ich „Die Stunde der Lilie“ gelesen, aber leider schimmert kaum etwas von dem Versailles, das ich kenne, durch. Alle Informationen zum Schlossbau mögen zwar stimmen, sind aber so farblos und trocken präsentiert, das kein Bild vor dem inneren Auge entsteht. Ich höre immer wieder den Satz "Ey, ein historischer Roman muss doch kein Geschichtsbuch sein!" und der stimmt in soweit, dass eine Histo weniger trocken Fakten runterleiern sollte, als eine historische Epoche lebendig machen. "Die Stunde der Lilie" leiert aber leider und sie leiert sehr viel. Ich bin der Meinung das passiert, wenn man sich zwar mit den Fakten und schlauen Büchern auseinandersetzt, nicht aber versucht eine Epoche wirklich zu verstehen. Klar kann ich dann wiedergeben, was ich gelesen habe, aber ich kann es im Verhalten meiner Figuren halt nicht umsetzen. Inwieweit Sandra Regnier das getan hat, kann ich natürlich nicht sagen, denn ich kenne sie wie gesagt nicht. Ich kann aber meinen Eindruck schildern und außer trockenen Fakten steckt leider nicht viel Versailles und Barock in „Die Stunde der Lilie“.

DER SCHATTEN EINES KÖNIGS

Weshalb ich aber diesen Text hier überhaupt schreibe, weshalb ich mich noch einmal mit dem Roman auseinandersetze, ist der Umgang mit historischen Persönlichkeiten im Roman. Autoren von historischen Romanen, die sich entscheiden, historische Persönlichkeiten mitspielen zu lassen, stehen immer vor einer schweren Aufgabe, die nicht zu unterschätzen ist. Ich selbst habe mich das bisher nicht getraut. Denn umso einflussreicher, umso bekannter die Person ist, umso schwerer wird es, ihr gerecht zu werden. Und mit jemandem wie dem Sonnenkönig, mit Louis XIV., hat sich Sandra Regnier natürlich sehr viel aufgeladen. Louis XIV. ist eine Ikone, einer der einflussreichsten und berühmtesten Männer der europäischen Geschichte. Es ist sicherlich schwer, ihn treffend darzustellen und am Ende bleibt jede Darstellung einer historischen Persönlichkeit im Roman bloß eine Interpretation von überlieferten Fakten. Diese Interpretation kann allerdings gut ausfallen oder eben nicht so gut. In „Die Stunde der Lilie“ fällt sie nicht gut aus. Absolut nicht gut, um ehrlich zu sein.

Louis XIV. ist leer in diesem Roman. Er ist ein König, der ein sechzehnjähriges Mädchen aus Deutschland vergöttert. Weshalb wird gar nicht erst geklärt. Louis findet Julia im Wald, dreckig, verwirrt und verängstigt. Und anstatt sich zu fragen, wer diese Bäuerin ist und sie in Ruhe zu lassen, glaubt er ihr, dass sie eine davongelaufene deutsche Adelige ist, nimmt sie mit nach Versailles und zieht ihr hübsche Kleider an... ich meine... okay? Ich kann nicht glauben, dass der französische König einem dahergelaufenen Mädchen einfach so glauben würde, dass ihr ein Platz bei Hofe zusteht. Klar, sie sagt, sie ist eine Adelige. Sie könnte aber genauso gut eine Verbrecherin sein, die sich was zusammenlügt. Und eigentlich ist sie das ja sogar, denn Julia ist nicht adelig. Ebensogut könnte sie eine Spionin für einen von Louis' vielen Feinden sein. Aber der König glaubt ihr einfach, denkt sich wahrscheinlich "yolo" und nimmt sie mit. Höchst unrealistisch, das. Und dann findet er sie noch so toll, dass er sie ständig um sich haben will. Ganz Versailles liebt Julia bald und ich habe nur mit den Augen gerollt, weil warum. Was ist so toll an einer kleinen deutschen Sechzehnjährigen?

Darüber hinaus ist Louis einfach viel zu sehr „der Gute“. Auf seine Politik, auf die Schulden, die er mit dem Bau von Versailles macht, auf seine dunklen Seiten, aber auch auf das, was an ihm bis heute so sehr fasziniert, die Grandeur, das Schillernde, wird überhaupt nicht eingegangen. Er ist eben da. Und nebenbei wird Versailles gebaut. Aber darüber hinaus ist er eine leere Figur, die man sich kaum vorstellen kann, die von Protagonistin Julia aber gleichzeitig merklich vergöttert und in den Himmel gelobt wird. Das finde ich schwierig. Und mit schwierig meine ich natürlich "absolut daneben". Vielleicht bin ich eine der wenigen, die so etwas wirklich stört, aber wäre es nicht sinnvoller, auch jungen Lesern einen richtigen Einblick in den französischen Barock zu geben? Einen richtigen Blick auf Versailles und Louis XIV., nicht romantisiert und verklärt, wie es hier geschieht? Ich verstehe, dass diese Epoche und diese Person ein großes Feld sind, schwer zu verstehen und zu durchblicken, noch schwerer darzustellen. Aber die Romantisierung der Epoche und der Person Louis XIV. ist unnötig und auch einfach langweilig zu lesen. Ich sah beim Lesen jedenfalls durchgängig so aus, wie Louis hier:


KLISCHEES & VORURTEILE

Was mir den Spaß dann aber wirklich verdorben hat, ist die Darstellung einer anderen historischen Person. Und das ist Louis XIV. Bruder Philippe. Ich habe beinahe gehofft, dass Sandra Regnier Philippe d’Orleans vielleicht einfach außen vor lässt, das haben vor ihr schon ganz andere gemacht und obwohl es enttäuschend ist, wäre das besser gewesen, als das, was sie hier abliefert. Nicht, weil ich Regnier nicht zugetraut hätte, Philippe zu schreiben, denn das konnte ich ja vorm Lesen schlicht und ergreifend nicht beurteilen. Sondern, weil ich schon zu viele unmögliche Darstellungen dieses Mannes gesehen und gelesen habe. Was ich nicht erwartet habe ist, dass Sandra Regnier der langen Reihe an mehr als unzureichenden Darstellungen dieser Person die Krone aufsetzen würde. Aber sowas von.

Es sieht so aus: Philippe d’Orleans, jüngerer Bruder des Königs, war schwul. Offen schwul am Hofe des Sonnenkönigs, auf eine Weise, die auch heute noch als kontrovers angesehen würde: Er hat geschlafen, mit wem er wollte, und Frauenkleider getragen, wenn ihm danach war. Leider gibt es auch heute noch genug Leute, die das aus irgendwelchen Gründen nicht gutheißen würden. Und genau hier liegt der Knackpunkt: Sandra Regnier benutzt Philippes historisch belegte Identität als schwuler Mann und sein Abweichen von bis heute gängigen Geschlechterrollen, um ihn als lächerlichen Bösewicht darzustellen. Und das geht einfach nicht. Das geht einfach absolut überhaupt nicht, Leute, und das ist auch kein "kleiner Fehltritt". Nicht in einem Jugendbuch, nicht im historischen Roman generell und schon gar nicht, wenn es sich um eine historische Persönlichkeit handelt, die es wirklich gegeben hat. Das ist der Punkt, der mir seit Monaten so schwer im Magen liegt. Der mich darüber nachdenken lässt, wie wir heute in unserer Fiktion mit historischen Persönlichkeiten umgehen und wie unbedacht wir alte Klischees weitergeben, die doch nur Schaden anrichten.

Hey, Philippe d’Orleans war kein durch und durch guter Mann. Er war sicherlich aber auch kein durch und durch schlechter Mann. Ganz genau wie sein Bruder, der große Sonnenkönig, wird er gute und schlechte Seiten gehabt haben. Und dasselbe gilt für jede historische Persönlichkeit, die wirklich gelebt hat. Und deshalb ist es in meinen Augen so durch und durch unverzeihlich einen der beiden Brüder als den guten König darzustellen und den anderen als bösen Intriganten, der zudem wegen seines Schwulseins als lächerlich und unausstehlich eingeschubladet wird. Ich meine, geht's eigentlich noch? Julias gesamte erste Begegnung mit Philip ist davon geprägt, dass sie ihn lächerlich und eklig findet, sich darüber lustig macht, dass er Schleifen im Haar trägt und ihn dann auch noch das Wort mit t vorn und untig hinten nennt, um dann zu betonen, dass sie ja nichts gegen Schwule hat. Ja, Julia, wenn ich über dich lästere und dann sage, dass ich ja eigentlich nichts gegen dich habe, ist es am Ende auch okay, ne? Ey. Hier fehlt es dem Roman deutlichst an der Fähigkeit zu differenzieren, Menschen mit Ecken und Kanten darzustellen, realistische Portraits von zwei Männern zu zeichnen, die das Frankreich ihrer Epoche beide auf ihre Weise stark beeinflusst haben.

Regnier reduziert Philippe aufs Negativste auf sein Schwulsein und nutzt dafür auch noch alte Klischees, die Schwulsein direkt mit allen möglichen negativen Eigenschaften verknüpfen. Und ich frage mich einfach, wie eine Autorin, die ja angeblich nichts gegen Schwule hat, und ein Jugendbuchverlag, in dem das Buch drölf Leute lesen, bevor es in den Druck geht, so ein Buch hervorbringen konnten, dass so ungefiltert homophob daherkommt. Ja, vielleicht war Philippe sehr feminin, vielleicht war er affektiert und arrogant, das mag sein. Das muss man aber nicht direkt als negativ oder gar "weil er halt schwul ist" darstellen, während man seine guten Qualitäten einfach unter den Teppich kehrt. Philippe d'Orleans war verdammt intelligent. Er war ein genialer Feldherr und Stratege. Er war in Philippe de Lorraine verliebt. Um das zu wissen, muss man Philippe nicht jahrelang recherchieren, man muss nur einmal seinen Wikipediaeintrag lesen. Das wird Regnier auch getan haben, aber anscheinend war es ihr nicht wichtig genug, einen historisch wichtigen schwulen Mann eben tatsächlich menschlich und differenziert darzustellen, sie brauchte ja schließlich noch einen albernen, durch und durch bösen Schurken für ihren Roman, ne?

Mich macht es einfach übelst traurig, dass historische Persönlichkeiten derart in den Dreck gezogen werden, um schwarzweiß von gut und böse zu erzählen. Mich macht es besonders traurig, dass die Klischees und Vorurteile, unter denen Philippe d’Orléans schon vor 350 Jahren am Hof von Versailles zu kämpfen hatte, heute noch immer bestehen. Dass eine moderne Autorin in einem modernen Jugendroman im Jahr 2015 einfach so die Sexualität eines fähigen Strategen und Feldherren nutzt, um ihn als Nichtsnutz, böse, lächerlich und verachtenswert darzustellen. Das hat doch eine Wirkung auf junge Leser. Es zeichnet ein falsches Bild einer historischen Persönlichkeit und es schafft Assoziationen in den Köpfen junger Menschen. Es schlägt mir sehr auf den Magen, das wir im Jahr 2016 noch immer Bücher lesen, die auf diese Art und Weise mit schwulen (und lesbischen und bisexuellen) Menschen umgehen und anscheinend nichts Schlimmes daran finden. Ich möchte so einen Müll in meiner Fiktion einfach nicht mehr sehen. Ich möchte das nicht mehr lesen. Ich möchte differenzierte, realistische, authentische Darstellungen von Queerness im historischen Roman. Ich möchte nicht, dass queere Menschen nur als Witzfiguren oder zum Steigern der Tragik hergenommen werden.

Ich möchte, dass historische Romane beginnen queere Geschichte aufzuarbeiten und zwar auf eine Weise, die einen positiven Eindruck hinterlässt, keinen negativen. Und ich möchte vor allem, dass den queeren Persönlichkeiten der Geschichte endlich authentische und vielschichtige Portraitierungen in der Literatur zukommen. Ich möchte, dass eine Darstellung einer queeren historischen Persönlichkeit, wie sie in diesem Roman vorkommt, eben nicht mehr vorkommt. Ich weiß nicht, aus welchem Jahrhundert Sandra Regnier die hier verarbeiteten Klischees mitgebracht hat, aber nein, schwule Männer sind nicht per se albern, meine Lieben. Männer, die sich gern typisch weiblich geben, sind nicht albern und Schwulsein ist auch nicht albern. Albern sind einzig und allein Vorurteile und starre Geschlechterrollen, die uns alle einschränken. Und deshalb ist "Die Stunde der Lilie" in meinen Augen ein ziemlicher Flop. Ich schließe mich da einfach mal Philippe aus "Versailles", einer Serie, die denselben Stoff hundert Mal besser behandelt, an:


Fazit: Während "Die Stunde der Lilie" zwar anstandslos recherchiert wirkt, können der hölzerne Schreibstil und die langatmige und unglaubwürdige Geschichte leider nicht überzeugen. Hinzu kommen viel zu platte Darstellungen historischer Persönlichkeiten, sowie einige homophobe Tendenzen, die den Roman ungenießbar machen. Ich vergebe eine Tasse für die Mühe, die in jeden Roman fließt, doch zu mehr hat es wirklich nicht gereicht.

1 Kommentar

  1. Hi

    du hast mich jetzt ja neugierig auf deine Rezi zu dem Buch gemacht und ich kann nur sagen: BRAVO.

    Ich hab das Buch ja nicht gelesen, weil ich genau wusste, dass ich mich aufregen werde. Und weil ich Zeitreiseromane einfach nicht mag.
    Jetzt, nachdem ich deine Rezi gelesen habe, weiß ich, dass ich tunlichst die Finger davon lasse, weil ich nicht noch eine weitere "Oh Philippe ist so gay und so tuntig hihihi" Episode in meinem Bücherregal brauche.

    lg
    Nadine

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