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"Der schwarze Thron: Die Schwestern" von Kendare Blake

Die Schwestern | Der schwarze Thron #1 | Penhaligon, 2017 | 978-3-7645-3144-7 | 448 Seiten | Deutsch | Amerikanische OA: Three Dark Crowns, 2016

Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden mit verschiedenen magischen Talenten geboren — doch nur, wer diese auch beherrscht, kann die anderen Schwestern besiegen und die Herrschaft antreten. Vorher aber müssen sie ein grausames Ritual bestehen. Es ist ein Kampf um Leben und Tod — er beginnt in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages … (x

MEINE GEDANKEN

Manchmal kauft man ein Buch und es ist genauso, wie man vorher gedacht hat. Und manchmal ist es eben komplett anders. Ich hätte gedacht, "Die Schwestern" würde düsterer sein. Brutaler vielleicht. Ich meine, der Klappentext deutet das ja an: Drei Schwestern haben das Recht auf die Königinnenkrone, aber nur eine kann am Ende wirklich regieren: Und zwar diejenige, der es gelingt, ihre Schwestern umzubringen. Das ist ein sehr harter Stoff, der leider nur im Ansatz auch so hart und schonungslos umgesetzt wird. Und das finde ich ein bisschen schade. Ich bin niemand, der brutale Bücher voller Blut und Gewalt mag, darum geht es mir hier nicht. Aber ich mag dunkle Geschichten und politische Verstrickungen und Figuren, die an den Rand ihrer Menschlichkeit getrieben werden und "Die Schwestern" tut ein bisschen so, als wäre es so ein Buch. Ist es aber nicht. Mir hat der Roman gefallen, keine Frage. Deutlich besser als Blakes Debut, "Anna im blutroten Kleid". Aber irgendwie holt Blake aus dieser genialen Idee nicht raus, was sie hätte rausholen können. Nicht einmal im Ansatz. Oder vielleicht habe ich einfach sehr viel weniger Gefühlsduselei und Romantik und sehr viel mehr Ränkespiel, Politik und den Kampf auf Leben und Tod erwartet, der mir im Klappentext ja versprochen wurde. Kann auch sein. 

VON FENNBIRN BIS KAPP HOORN?

Die Welt, in der "Die Schwestern" spielt, hat mir sehr gut gefallen, doch sie kam mir auch merkwürdig inkonsistent vor. Fennbirn ist ein Inselkönigreich, es gibt aber auch noch "das Festland". Wie es dort aussieht und was es von Fennbirn unterscheidet, wird nur angedeutet. Auch Fennbirns Kultur wirkt seltsam zusammengeklatscht, ist im Kern urbritisch - alle Ortsnamen muten englisch, schottisch oder irisch an - aber dann tauchen auch ohne große Erklärung spanische und französische Personennamen auf, ein paar russische noch dazu. Wieso? Klar, eine Fantasywelt kann man sich gestalten, wie man möchte und die von "Die Schwestern" ist wunderbar atmosphärisch beschrieben und düster. Ich konnte mir beim Lesen schön vorstellen, wie die verschiedenen Gebiete auf der Insel aussehen, die Gebäude, die Straßen und das hat mir auch richtig gut gefallen. Aber es wirkte einiges sehr willkürlich und manches hat zumindest für mich nicht richtig zusammengepasst und hätte besser erklärt werden können. Bei High Fantasy scheiden sich ja manchmal echt die Geister. Die einen lesen für die Action, die anderen für den Weltenbau. Ich bin ganz eindeutig Weltenbauerin.

An High Fantasy interessiert mich vordergründig diese neue Welt, die ich erkunden darf, ihre Rituale, ihre Geschichte und ihre Kultur. Das bringt mich dann auch zu meinem größten Problem mit "Die Schwestern": Blake erklärt uns, wie etwas in Fennbirn läuft, aber niemals warum. Und das finde ich doof. Klar kann man sich denken, dass die drei Schwestern auf Leben und Tod um die Krone kämpfen müssen, weil nur eine von ihnen am Ende Königin sein kann. Aber mich hätte brennend interessiert, wie sich dieses grausame Ritual in Fennbirn entwickelt hat. In unserer echten Welt wird ja schließlich auch einfach der Erstgeborene König oder Königin und fertig, das hat jahrhundertelang funktioniert, ohne, dass man die Geschwister alle töten musste. Wieso funktioniert es in Fennbirn nicht? Wieso müssen zwei der Mädchen sterben? Ich hätte das einfach so gern erklärt bekommen. Versteht mich hier bitte nicht falsch. Die Idee hinter "Die Schwestern" und diesem Ritual finde ich großartig. Ich habe sowas noch nie gelesen, es war neu und verdammt spannend für mich. Einzig und allein der Hintergrund hat mir gefehlt, eine Erklärung dafür, warum das so passiert in Fennbirn, wieso sich diese Gesellschaft in so eine blutige Richtung entwickelt hat, besonders, da angedeutet wird, dass es auf dem ominösen Festland ganz anders ist. Das wäre halt der Weltenbau gewesen, der in "Die Schwestern" einfach ein Stück weit zu kurz kommt.

Hin und wieder fand ich den Weltenbau sogar ein bisschen lächerlich. Ein Kapp muss man in einer Fantasywelt echt nicht Cape Horn nennen und, dass die Figuren Beltane feiern, aber nicht das Beltane, das wir aus unserer echten Welt kennen... naja. Ich frage mich, wieso es dann so heißen musste. Die Hintergründe der Insel und der drei Gebiete, in denen die drei Königinnen jeweils aufwachsen, und das Magiesystem sind toll ausgearbeitet. Es fehlt nur hier und da einfach an Informationen, die mich brennend interessiert hätten und das lässt mich jetzt einfach eher unbefriedigt zurück. Ich wollte diese Dinge wissen. Fennbirn hat mich als Welt genug gefesselt und interessiert, dass ich mehr Informationen wollte, aber die sind nie gekommen. Dafür ist der Roman aber wirklich schön geschrieben und das macht einiges wett. Kendare Blake hat sich eine ungewöhnliche Erzählweise ausgesucht: Es gibt mehrere personale Erzähler, die aber alle im Präsens erzählen. Eigentlich mag ich das nicht, wisst ihr ja. Für "Die Schwestern" fand ich es aber durchaus passend, dass wir praktisch live dabei sind, als Beobachter, der über allem schwebt und alles sieht, während es passiert. Manchmal kam mir der Stil allerdings etwas zu nüchtern vor, was sicherlich auch an der gewählten Erzählperspektive liegt. "Katherine macht dies, Mirabella sagt das", einfach so heruntererzählt, was nicht immer zu den emotionalen Momenten passen wollte.

LIEBE, FREUNDSCHAFT & EIN BISSCHEN MORD

Die drei Königinnen haben mir mehr oder weniger gut gefallen. Mit Arsinoe konnte ich leider nicht wirklich etwas anfangen, bis zum Ende nicht. Sie kam mir kindisch vor und für eine Königin, die im Wissen aufwächst, dass sie ein Anrecht auf den Thron hat, zu unreif und trotzig. Arsinoe soll wohl der tomboy unter den drei Königinnen sein: Kurze Haare, abenteuerlustig, wild. Für mich hätte das funktioniert, wenn sie sich nicht so unerträglich kindisch verhalten und deshalb ständig vermeidbare Fehler gemacht hätte. Katharine und Mirabella fand ich allerdings toll. Ganz besonders Katharine, kurz Kat, hat es mir angetan. Sie wächst am Hof der Giftmischer auf und wird zur kalten Königin herangezogen, leidet aber erheblich darunter. Katharine mag eine Königin sein, aber sie ist Schachfigur und Anziehpüppchen der Familie Arron, die seit einem knappen Jahrhundert den Hof von Fennbirn in der Hand hat, und niemand außer ihrer Ziehmutter Natalia kümmert sich wirklich um sie, nur um die Krone, die sie eines Tages tragen soll. Katharines Welt, ihr Zusammenleben mit den Arrons und das kalte politische Kalkulieren Natalias, dass sich mit ihrer Liebe zu Katharine beißt, haben mir an "Die Schwestern" am Besten gefallen. Leider kommt Kat aber viel zu kurz. Im Gegensatz zu Mirabella und Arsinoe hat sie kaum einen Handlungsfaden. Sie ist halt einfach da, während ihre Schwestern handeln dürfen, läuft nebenbei so mit, was ich richtig schade fand.

Aber auch Mirabella hat es mir angetan. Sie ist das genaue Gegenteil von Kat: Stark, selbstbestimmt und stur, aber auch sie steht unter der Fuchtel der Priesterinnen von Fennbirn, bei denen sie aufgewachsen ist. Diese politischen Verstrickungen habe ich an "Die Schwestern" am liebsten gelesen. Es werden Intrigen gesponnen und durchgeführt, es wird geschummelt und gemauschelt, aber leider für meinen Geschmack nicht genug. Und hier komme ich wieder zum Anfang zurück: "Die Schwestern" ist nicht so hart, blutig und politisch, wie der Klappentext glauben lässt. Wer hier also so wie ich auf politische Ränkespiele und brutale Intrigen im Stil von Game of Thrones gehofft hat, wird wohl enttäuscht werden. "Die Schwestern" ist irgendwie mehr Selection von Kiera Cass als dunkles Fantasyepos, sorry. Der Roman wartet mit sehr viel Romantik und Gefühl auf - zu viel für meinen Geschmack: Mirabella, die nicht vergessen kann, dass sie die Schwestern, die sie töten soll, mal geliebt hat, hat mir als Konflikt noch richtig gut gefallen. Aber Arsinoe und ihre Freundschaft zu Jules, Jules' Liebe zu Joseph, und Katharine, die Gefühle für ihren Mentor Pietyr entwickelt, die nicht sein dürfen... das war mir viel zu viel konstruiertes Gefühlsdrama für diese Art Roman. Ich habe das gern gelesen, so ist es nicht, aber "Die Schwestern" ist am Ende halt zu 70% eine Geschichte über erste Liebe und Freundschaft und nicht über drei Schwestern, die mit allen Mitteln um den Königinnentitel kämpfen. Und ich wollte letzteres. Hab ich aber kaum bekommen. Blöd gelaufen für mich.

Es passt halt auch irgendwie nicht ganz zusammen, dieser starke Fokus auf die Romanzen der drei Königinnen (und Jules, deren Sinn für die Geschichte sich mir bis zum Ende einfach nicht erschließen wollte) und die Freundschaften, die sie im Verlauf des Romans schmieden, in einem Roman, der doch eigentlich die Geschichte von drei Schwestern erzählt, die auf den Tod um die Krone kämpfen müssen. So gesehen macht Kendare Blake hier genau denselben Fehler, wie in "Anna im blutroten Kleid": Sie will eigentlich über eine brutale schonungslose Thematik schreiben und verliert sich vollkommen in Gefühlsduseleien und das aber mal sowas von. Natürlich gehören die auch dazu, keine Frage. Aber es hätte mir deutlich besser gefallen, hätte Blake sich auf den eigentlichen Plot dieses Romans konzentriert und die Romanzen und Freundschaften viel subtiler dazwischen gewoben. Man bekommt halt erst einmal knapp 300 Seiten Liebe, Freundschaft und ein bisschen dürftiges politisches Hin und Her vorgesetzt, bevor es wirklich mit der Handlung losgeht und deshalb liest sich "Die Schwestern" ein bisschen wie ein Prolog zum zweiten Band, "Die Königin". Ein spannender Prolog, den ich in nur zwei Tagen verschlungen habe, aber eben doch ein Prolog, der am Ende etwas unzufrieden zurücklässt.

DREI DUNKLE SCHWESTERN & ALL DIESE ANDEREN LEUTE
Drei dunkle Schwestern, jede so schön, zwei werden verschlungen, nur eine gekrönt.
Epigraph am Anfang des Romans 

Nichtsdestotrotz hat "Die Schwestern" eine ganz eigene düstere Atmosphäre. Die Welt, in der sich alles zuträgt, ist brutal und von unheimlichen Ritualen geprägt und das ist auch oft spürbar, wenn es auch leider zu selten im Fokus steht. Hin und wieder schwört Kendare Blake atmosphärisch wunderbar dichte Bilder und Szenarien herauf, die mir eine Gänsehaut bereitet haben. Es ist eine spannende Welt voller spannender und interessanter Figuren, nur leider sehen wir davon nicht so viel, wie mir lieb gewesen wäre. "Die Schwestern" hätte ein verdammt düsteres Epos rund um die Thronfolge von Fennbirn sein können, ein ganz tolles Buch voller brutaler Wahrheiten, dunkler Machenschaften und drei Mädchen, die alle irgendwie überleben wollen, koste es, was es wolle. Tja. Hätte, hätte, Fahrradkette. Ist halt nicht so. Das Finale war der Hammer. Dazu kann ich jetzt natürlich nicht so viel sagen, aber es war der Hammer, es hat mich umgehauen. Das kommt nur alles viel zu spät. Wenn die geilen Intrigen endlich gesponnen werden, ist schon die Hälfte des Romans rum und, wenn es dann endlich zur Sache geht, so richtig, so wie ich das von dem Buch wollte, ist man schon knapp vorm Ende des ersten Bandes angekommen. Und, ja ich sag's jetzt nochmal, das ist zu spät und davor passiert kaum was.

Ich habe "Die Schwestern" sehr schnell gelesen, ich habe mich super unterhalten gefühlt, aber rückblickend frage ich mich, was genau ich da jetzt überhaupt gelesen habe und warum. Knapp 70% des Romans sind Füllmaterial. Verdammt spannendes unterhaltsames Füllmaterial, aber eben trotzdem Füllmaterial. Ich glaube, "Die Schwestern" hätte um einiges dichter sein können, hätte Kendare Blake sich auf die Perspektiven der drei Schwestern - Katharine, Mirabella und Arsinoe - konzentriert und wirklich jeder von ihnen einen von vorn bis hinten spannenden Konflikt mitgegeben. Aber stattdessen bekommen wir verstreute Kapitel aus der Sicht von Pietyr, Katharines Love Interest, ihrer Ziehmutter Natalia, der Hohepriesterin Luca, bei der Mirabella aufgewachsen ist - und eben Jules. Ich habe es oben schon angedeutet: Ich habe keine Ahnung, welchen Nutzen Jules' doch sehr ausschweifende Perspektive - man erfährt über sie mehr, als über Arsinoe - für den Roman hat. Gern gelesen? Ja. Verstanden, was das soll? Nicht so richtig. Jules ist Arsinoes Ziehschwester, die stärkste Naturalistin, die die Insel in den letzten Jahrzehnten gesehen hat und in Joseph verliebt, einen Kindheitsfreund. Ich mochte einiges an Jules: Sie ist nicht schön, nichtmal hübsch, sie ist eigenwillig und stark, sie passt auf Arsinoe auf... aber alles in allem hat Jules mich tierisch genervt und, dass sie bei Weitem die meiste page time bekommen hat, verstehe ich nicht, weil sie nicht die Hauptfigur sein sollte, und es gefällt mir auch nicht.

Es ist doch so: Beltane steht bevor und damit eine realistische Chance darauf, dass Arsinoe, die für Jules wie eine Schwester ist, sterben wird. Aber anstatt sich darum mal einen Gedanken zu machen, oder Zeit mit Arsinoe zu verbringen oder zu versuchen, sie besser auf Beltane vorzubereiten, was offiziell Jules' Aufgabe ist, ist Jules nur dabei mit Joseph rumzumachen und sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ob sie ihm ihre Fehltritte verzeihen soll und wann sie zum ersten Mal mit ihm schlafen soll. Äh, hallo? Klar sollte sich nicht ihr gesamtes Leben um Arsinoe drehen, aber ich denke als Freundin und Beinaheschwester kann Arsinoe erwarten, dass Jules ihre Liebesprobleme hinten anstellt, bis Arsinoe tot oder Königin ist. Zumindest muss sie Arsinoe nicht am laufenden Band damit zuseiern, die hat echt andere Probleme. Hier verpasst Kendare Blake wieder viele Chancen, den Roman dichter zu machen, um eine Liebesgeschichte einzufädeln, die für die Handlung des Romans null Bewandnis hat, zwischen zwei Figuren, die für die Handlung des Romans ebenfalls null Bewandnis haben. Aber das ist halt einfach so bezeichnend für "Die Schwestern": Action, Handlung und selbst die drei Hauptfiguren werden unter viel zu viel Liebesgedöns und für die Handlung unwichtigem Zeug begraben. Ich sehe kaum was von Katharine, einer der Königinnen, aber ich weiß jetzt alles über Jules. Vielleicht wird das in Band Zwei total wichtig, weiß ich nicht, aber im Moment fühlt es sich irgendwie daneben gegriffen an.

Was ich wollte - und was das Buch vorgibt zu sein - ist die Geschichte der drei dunklen Schwestern aus dem Epigraph von der ersten Seite des Romans. Intrigen, politische Machtspielchen, jede für sich und jede gegen die anderen beiden und dazwischen vielleicht ein bisschen Romantik und bitte bitte ganz viele Zweifel dazu, ob das System denn okay ist, ob es wirklich notwendig ist, zwei Mädchen zu töten, um zu herrschen. Was ich aber bekommen habe ist ein durchaus sehr unterhaltsamer, wunderschön erzähler Roman über drei Teeniemädchen, die sich mehr Gedanken über die erste Liebe machen, als darüber, dass sie Königinnen sind und in ein paar Wochen die eigenen Schwestern töten müssen, wenn sie nicht selbst sterben wollen. Es wirkt, als würde das bevorstehende Ritual die drei Mädchen eigentlich null interessieren. Ja, okay, dann töte ich halt meine Schwestern und werd Königin, laaaangweilig, kann ich jetzt wieder im Wald spielen gehen und Jungs küssen? Klar gehört das dazu, wenn man über Jugendliche schreibt, aber von Königinnen, die im Wissen aufwachsen, ein Anrecht auf den Thron zu haben erwarte ich mehr als das, und von einem Buch, das ein dunkles Epos über ein Königreich mit blutigen Ritualen sein will, sowieso.

Am Ende ist "Die Schwestern" irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch. Manchmal ist es richtig geil, besonders zum Ende hin, manchmal schimmert durch, was das Buch hätte sein können. Aber oft verliert die Autorin sich einfach in Nichtigkeiten und vergisst darüber die eigentliche Handlung. Für mich liest sich der Roman einfach irgendwie wie ein klassisches Prequel, nicht wie der erste Teil einer Geschichte. Das hier ist der Hintergrund, die Vorgeschichte zu dem, was wohl in Band Zwei passieren wird. Und auf Band Zwei freue ich mich wie blöd, einfach, weil in dieser Geschichte eine Menge Potential steckt, das am Ende von Band Eins erwacht und von dem ich hoffe, dass es in Band Zwei von Anfang an voll genutzt werden wird. Ich wünschte aber trotzdem, "Die Schwestern" wäre sehr viel früher in Fahrt gekommen. Der Roman macht Spaß, ich habe ihn sehr gern gelesen und deshalb kann ich ihm einfach nicht einfach ein "durchschnittlich" geben. Er kommt aber leider nicht so richtig zur Sache, bevor es zu spät ist, und wer zu diesem Buch wegen dem versprochenen Schwesternkrieg greift, der muss sich durch sehr viel Unrelevantes lesen, bevor es damit endlich losgeht. Schade.

Kommentare

  1. Wow, das war mal eine ausführliche Auseinandersetzung mit diesem Buch. Es hat mich gefreut, dass Du zu ähnlichen Ergebnissen wie ich gekommen bist, denn ich fand viele Besprechungen zu diesem Buch zu unkritisch. Es hat mir ein bisschen leid getan, dass hier viel verschenkt wurde an Möglichkeiten und am Ende zu viel Teenager-Liebes-Gedöns und zu wenig Hintergründe dieser an un dfür sich interessanten Welt geboten wurde.
    Um die Fortsetzung zu lesen, hat mich das Buch leider nicht genug überzeugt.

    Liebe #Litnetzwerk-Grüße
    Gabi

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    1. Mich hatte die Welt genug interessiert, um die Fortsetzung sogar vorzubestellen, weil ich gehofft hatte, nachdem im ersten Teil jetzt die Vorgeschichte abgehandelt wurde, geht es im zweiten Teil endlich zur Sache. Allerdings habe ich mittlerweile ein paar Rezensionen gelesen und wie es aussieht, ist der zweite Band noch langatmiger, weshalb ich im Moment keine Lust habe, ihn anzufangen. :/

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  2. Ich fand das letzte Drittel des ersten Bandes noch am besten und hatte auch so ein kleines bisschen die Hoffnung, dass es in der Fortestzung dann so weiter geht oder sich noch steigert. Aber das, was ich an anderen Meinungen zu Band 2 gelesen habe, hat mich absolut nicht azu animiert, doch mal einen Blick hineinzuwerfen.
    Ich sehe es wie Du, es wird sich vermutlich nicht lohnen. Und ganz ehrlich - ich habe zu wenig Lesezeit und es gibt so viele Bücher, die mich (wahrscheinlich) mehr überzeugen, als dass ich meine Zeit mit Büchern verbringen will, die mich wahrscheinlich sowieso nicht packen können.

    LG Gabi

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    1. Ja, das unterschreibe ich so! Wenn ich das Buch jetzt nicht schon hätte, würde ich die Reihe wahrscheinlich nach den Rezensionen zu Band Zwei auch fallen lassen, aber mal reinlesen werde ich jetzt doch.

      Ich frage mich einfach, wieso die Reihe von einer Dilogie auf vier Bände ausgeweitet wurde, da einfach Band Eins schon wirklich langatmig war und man die ganze Geschichte bestimmt in einem Einzelband hätte erzählen können, wenn man das Liebesdrama etwas zurückgeschraubt hätte. Aber naja, Einzelbände sind in der Fantasy ja leider eh selten.

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  3. Leider sehe ich da manchmal die Dollarzeichen in den Augen der Verlage, wenn ich das Gefühl habe, man hätte auf notwendige Kürzungen verzichtet und noch mehr überflüssige Bände nachgeschoben. Ich weiß natürlich auch nichts über die Überlegungen im Hintergrund, aber dieser Gedanke drängt sich mir manchmal auf.

    Vor allem, weil die Verlage schon damit argumentieren, statt eines dicken Wälzers, den sich gerade junge Leser/innen nicht immer leisten können, lieber mehrere dünnere Bände anzubieten. Dass die Gesamtgeschichte in 3 oder 5 Bänden unterm Strich dann doch teurer ist als es ein dicker Wälzer gewesen wäre, fällt dann unter den Tisch ;-)

    Ich wünsche Dir trotzdem einen vergnüglichen zweiten Band dieser Reihe.

    LG Gabi

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